Über das Mittelmeer kommen wieder mehr Flüchtlinge nach Europa

Die Zahl der Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa zu kommen versuchen, ist seit dem Frühjahr wieder deutlich gestiegen. Von Jahresbeginn bis 22. Juni hat Italien laut einem Bericht von „SPIEGEL ONLINE“ insgesamt 71.978 Neuankömmlinge registriert. Ihre Zahl ist damit um 27,6 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gestiegen.

Die meisten Bootsflüchtlinge wagen von der libyschen Küste aus die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer. Nachdem die Balkanroute 2016 geschlossen wurde, nimmt die Zahl der von Nordafrika nach Italien übersetzenden Migranten zu. Schiffe der Marine, von Nichtregierungsorganisationen und private Organisationen versuchen, die Menschen von gefährdeten oder gesunkenen Booten zu retten.

In der Türkei halten sich derzeit 3,3 Millionen Flüchtlinge auf. In Griechenland sind es 62.354 Flüchtlinge, davon 14.489 auf den Inseln.

In Deutschland sind die Asylgesuche jedoch stark gesunken.                   Von Januar bis Ende Mai 2017 wurden 77.148 Asylgesuche eingereicht – das sind pro Monat im Schnitt 15.400. Im Vorjahr waren es im gesamten Jahr 280.000, monatlich im Durchschnitt 23.300.

Quelle: SPIEGEL ONLINE vom 25. Juni 2017

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge und Migranten wächst

Die zentralen Ergebnisse des UNICEF-Berichts vom Mai 2017 sind:

  • Immer mehr Kinder und Jugendliche sind als Flüchtlinge und Migranten allein unterwegs. Weltweit hat sich die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in den Jahren 2015 und 2016 im Vergleich zu 2010 und 2011 fast verfünffacht. Wurden damals noch etwa 66.000 in 80 Ländern registriert, waren es in den vergangenen beiden Jahren rund 300.000.
  • Allein in Europa stellten rund 170.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in den Jahren 2015 (104.000) und 2016 (66.000) einen Antrag auf Asyl.
  • Immer mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Migranten weichen auf extrem gefährliche Routen aus.
  • Je länger Kinder und Jugendliche unterwegs sind, desto größer ist die Gefahr, Opfer von Menschenhandel, Prostitution und anderen Formen der Ausbeutung zu werden.

Quelle: https://www.unicef.de

Studie: Kindheit im Wartezustand

Der Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge BumF hat im Auftrag von UNICEF Deutschland eine Studie zur Situation von Kindern und Jugendlichen in deutschen Flüchtlingsunterkünften erstellt.

Die Untersuchung stellt u.a. fest, dass Flüchtlingsunterkünfte vielfach kein kindgerechtes Umfeld sind.

Kindern und Jugendlichen, die in Erstaufnahmeeinrichtungen leben, fehlt zudem häufig der Zugang zu Schulen und Kitas.

Zur Studie „Kindheit im Wartezustand“

Quelle: www.bumf.de / Newsletter, März 2017

Geplante Gesetzesverschärfungen

Noch im März 2017 soll das „Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht“ verabschiedet werden.                                                           Der Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) und weitere Kinderschutzorganisationen sehen u.a. folgende Vorhaben mit großer Sorge:

  • die verlängerte Pflicht, in (Erst-) Aufnahmeeinrichtungen zu verbleiben
  • die Nichtbeachtung des Kindeswohlvorrangs
  • die Gefahr einer pauschalen Pflicht zur Asylantragsstellung bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Zum  Gesetzestext

Zur BumF-Stellungnahme

Quelle: BumF – www.b-umf.de – Newsletter, März 2017

Willkommensbroschüre für junge Flüchtlinge

In Zusammenarbeit mit „Jugendliche ohne Grenzen“ hat der „Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ (BumF) die vielfach nachgefragte Willkommensbroschüre neu aufgelegt. Jugendliche aus ganz Deutschland haben darin mitgewirkt.

In jugendgerechter Sprache erfahren junge Flüchtlinge u.a.:
– was kommt am Anfang alles auf mich zu?                                                  – mit welchen Behörden und Ämtern etc. habe ich es zu tun?                       – wer kümmert sich um mich?                                                                        – welche Rechte habe ich?

Zu  Willkommensbroschüre

 

Immer mehr unbegleitete Kinder flüchten über das Meer

Wie das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF aus Genf mitteilte, hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich ohne Begleitung an den afrikanischen Küsten in Schlauchboote setzen, um nach Europa zu kommen, im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 auf 25.800 verdoppelt.

Bei den meisten Kindern handelt es sich demnach um Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahren aus Eritrea, Ägypten, Gambia und Nigeria. Es kamen aber auch Mädchen, die besonders gefährdet sind.

Insgesamt flüchteten nach Angaben der Organisation für Migration (IOM) im vergangenen Jahr mindestens 387.487 Menschen über das Mittelmeer. Mindestens 7.495 kamen dabei ums Leben.

Quelle: Spiegel Online SPON vom 13. Januar 2017

Afghanische Kinder und Jugendliche leiden unter Abschiebungsvorhaben

Anfang Oktober 2016 wurde zwischen der Europäischen Union (EU) und der afghanischen Regierung das „Rücknahmeabkommen“ abgeschlossen.

Zehntausende Flüchtlinge sollen zurückgeschickt werden, obwohl sich alle internationalen Beobachter einig sind, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan dramatisch verschlechtert hat.

Seither leben viele afghanische Kinder und Jugendliche in Deutschland in Angst und Sorge.

Quelle: BumF – www.b-umf.de – Newsletter, November 2016

Ausbildung verboten

Mit dem Integrationsgesetz sollen nach dem Willen der Bundesregierung die Hürden beim Ausbildungszugang abgebaut werden.

Laut Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) ist in Bayern jedoch das Gegenteil der Fall. Mit einer Weisung des Bayerischen Innenministeriums wird das Integrationsgesetz ausgehebelt. Tausenden Jugendlichen und Heranwachsenden droht nun ein Leben in der Warteschleife, da ihnen die Ausbildung verwehrt wird.

BumF; der Bayerische Flüchtlingsrat, Handwerkskammern u. a. wenden sich in einer Stellungnahme dagegen.

Quelle: BumF – www.b-umf.de – Newsletter, Pressemitteilung, Oktober 2016

Keine Jugendhilfe zweiter Klasse

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) im Oktober 2016 wurde ein aktueller Vorschlag aus Bayern diskutiert und in Teilen beschlossen.

Ziel des Vorstoßes ist ein Gesetz zur Einschränkung der Jugendhilfe für junge Flüchtlinge.

Der Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. (BumF) und zahlreiche weitere Organisationen wenden sich in einem aktuellen Appell gegen diesen Vorschlag und warnen vor der Einführung einer „Zwei-Klassen-Jugendhilfe“.

Zum   Appell

Zur    Unterschriften-Kampagne

Quelle: BumF – www.b-umf.de – Newsletter vom 31. Oktober 2016

 

 

 

51068 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen ist zu entnehmen, dass sich 51 068 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland aufhalten.

Die meisten von ihnen leben in Nordrhein-Westfalen (11.051), Bayern (7.330), Baden-Württemberg (6.825), Niedersachsen (4.638) und Hessen (4.446). Weniger minderjährige Flüchtlinge leben in Berlin (2.464), Hamburg (1.228), Thüringen (1.274) und Mecklenburg-Vorpommern (924).

Die Zahlen beziehen sich den Angaben zufolge auf den Stichtag 15.9.2016.

Quelle: Zeitungen der Funke Mediengruppe vom 17.10.2016